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Wiisenswertes

BDSM.               
Der Begriff BDSM, der sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism zusammensetzt, umschreibt eine sehr vielgestaltige Gruppe von meist sexuellen Verhaltensweisen, die unter anderem mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen in Zusammenhang stehen können. Alle Varianten des BDSM haben gemeinsam, dass sich die Beteiligten freiwillig aus ihrer Gleichberechtigung in ein sehr ausgeprägtes Machtgefälle begeben. Der devote Partner gibt einen bestimmten Teil seiner Autonomie auf und übergibt sie dem dominanten Partner (Power Exchange). Beide Beteiligten erzielen daraus einen Lustgewinn. Der dominante Partner wird auch Dom oder Top genannt, der devote Partner auch Sub oder Bottom. BDSM-Handlungen finden während einer festen Zeitspanne meist in Form eines erotischen Rollenspiels statt; ein einzelnes BDSM-Spiel wird Session genannt. Viele der innerhalb von BDSM ausgeübten Praktiken wie Schmerzzufügung, Erniedrigung oder Unterwerfung würden ohne den Zusammenhang zur speziellen sexuellen Vorliebe als unangenehm empfunden werden. Geschlechtsverkehr wie etwa Oral-, Vaginal- oder auch Analverkehr kann innerhalb einer Session vorkommen, ist jedoch nicht essentiell.

Dominanz.
Im Bereich des BDSM bedeutet Dominanz, dass jemand durch die Anwendung bestimmter physischer oder psychischer Methoden die Kontrolle über andere Menschen oder eine Situation erlangen kann oder es tatsächlich tut, soweit der andere die Kontrolle freiwillig soweit abgibt. In diesem Kontext ist das Gegenstück zum dominanten der devote Part.

Top.
Der Top oder auch Dom ist der Dominante Part und wird auch als Domina, Herrin oder Lady (weiblich) bezeichnet oder Maledom, Herr oder Meister ist dazu der männliche Part

Bottom.
Der Bottom oder auch Sub ist der submessvie Part und ist u     nterwürfig gegenüber seines Tops.

Femdom.
Femdom ist die gebräuchlichste Abkürzung für female domination (engl. für „weibliche Dominanz“) und bezeichnet unabhängig von der sexuellen Orientierung die Varianten des BDSM, in der eine Frau die dominante Rolle einnimmt. Der Begriff Femdom kann auch die dominante Frau selbst bezeichnen. Im Gegensatz dazu nennt man die von Männern ausgeübte Dominanz oder den männlichen Dominanten Maledom (engl. male= Mann oder männlich).
Innerhalb eines erotischen Rollenspiels oder einer definierten Beziehungsstruktur unterwirft sich der passive Partner (Bottom) innerhalb gewisser Zeiträume oder dauerhaft den Wünschen und der Kontrolle seiner aktiven Partnerin (Top). Diese Unterwerfung kann sich ausschließlich auf den sexuellen Bereich und die Wünsche der Top beziehen, es ist aber durchaus möglich, dass sich diese Kontrolle in andere Lebensbereiche erstreckt. Wie in allen Bereichen des BDSM liegt auch hier üblicherweise der Grundsatz der freiwilligen Unterwerfung zugrunde.
Im BDSM-Kontext wird die weibliche Top als „Femdom“, Domse oder Domme bezeichnet, auch, um sie von der professionellen Variante der weiblichen Dominanz, der Domina zu unterscheiden. Oft werden Anreden oder Titel verwendet, die das Machtgefälle zwischen Top und Bottom unterstreichen sollen, beispielsweise „Herrin“, „Mistress“ oder „Lady“, während der Bottom als „Sklave“, „Diener“ oder „Sub“ bezeichnet wird. Häufige Spielarten sind neben den im BDSM in allen Konstellationen verbreiteten Praktiken, zum Beispiel Bondage, Spanking oder Erziehungsspielen, insbesondere auch Facesitting, CBT, Trampling, Feminisierung und andere Bereiche des sexuellen Fetischismus.

Mistress.
ist im eigentlichen das selbe wie eine Femdom, übersetzt bedeutet dies dann "Herrin Geliebte Frauchen Lehrerin" und bezeichnet nur, dass sie seine Herrin ist und ihn lehren wird, sich zu benehmen oder sie ihn erzieht und ihn dabei lehrt und leiden lässt.

FLR.
FLR Steht für Female Led Relationship und ist eine weiblich geführte Beziehung und sagt aus, dass die Frau das Sagen hat und bestimmt. Dabei wird sich der männliche Part unterwerfen und von seiner Lady dominiert und keusch gehalten, damit er von ihr abhängig wird, weil er sonst keinen Orgasmus bekommt. Natürlich gibt es auch noch extremere Varianten wo der männliche Part überhaupt keinen Orgasmus mehr bekommt oder nur ganz selten einen Orgasmus haben darf.

Spanking.
Spanking bezeichnet das Schlagen auf das bekleidete oder entblößte Gesäß, entweder mit der flachen Hand oder mit einem geeigneten Gegenstand. Für härtere Formen des Spanking im Bereich BDSM wird auch der Begriff Flagellantismus genutzt. Unter erwachsenen Partnern hat spielerisches Spanking in intimen Situationen auch eine erotische, sexuelle Funktion. Je nach Absicht, Planung und Intensität dieser Tätigkeit (Petting, Schläge im Rahmen des Koitus, Erziehungsspiel) kann man hier von einem eher erotischen Spiel oder von einer BDSM-Spielart, insbesondere des Sadomasochismus, sprechen. Dennoch empfinden viele ihre Leidenschaft für Spanking als etwas Eigenständiges, das mit dem klassischen Sadomasochismus nur wenig gemeinsam hat. Das Spanking kann je nach individueller Vorliebe mit der Hand erfolgen, mit einem Rohrstock, einer Peitsche, einer Birkenrute, Teppichklopfer, Haarbürste, Paddle, Martinet, Tawse oder einer Vielzahl weiterer Instrumente. Erotisches Spanking kann sehr unterschiedlich praktiziert werden. Die Palette reicht von zärtlichen Streichel-Klapsen über Erziehungsspiele bis hin zur schweren Züchtigung mit Fesselung (Bondage). Daneben ist beliebt das – auch gleichzeitige und gegenseitige – Kneifen („Squeezing“) in die Gesäßbacken des Partners, welches auch im exhibitionistischen Sinne, etwa bei einem Stadtbummel, ausgeführt werden kann. Egal, wie erotisches Spanking praktiziert wird, der Grundsatz der absoluten Sicherheit, Vernunft und Einvernehmlichkeit („Safe, Sane, Consensual“) bildet nach allgemeinem Konsens die entscheidende Basis für erotisches Spanking,

Bondage.
bezeichnet innerhalb der BDSM-Szene Praktiken zur Fesselung oder Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Das Ziel ist überwiegend die sexuelle Stimulation. Wie in allen anderen Bereichen des BDSM wird während der eigentlichen Handlung, hier der Fesselung, die Gleichberechtigung der Partner aufgehoben. Derjenige, der sich fesseln lässt (Bottom), gibt die Kontrolle und Eigenständigkeit für einen definierten Zeitraum an denjenigen ab.

Tease & Denial.
Tease and Denial (engl. für Erregen und Verweigern), auch Orgasm Denial oder T&D, ist ein Sammelbegriff für all jene sexuellen Praktiken, die eingesetzt werden, um die sexuelle Erregung intensiv zu steigern, ohne jedoch einen Orgasmus zu erreichen. Diese sexuellen Spielarten sind meist Teil einer partnerschaftlichen Sexualbeziehung, unabhängig von Geschlecht, sexueller Neigung und Orientierung. Üblicherweise wird diese Technik eingesetzt, um das Gefühl sexueller Frustration und Erregung in einer Person zu steigern und diese ein- oder mehrmals an den Rand eines Höhepunkts zu bringen, ohne sie diesen erreichen zu lassen. Der Effekt dieses mehrfachen Erregens und der Verweigerung des Orgasmus führt sowohl bei Frauen wie auch bei Männern zu einer stark gesteigerten sexuellen Erregung, so dass der Orgasmus im Anschluss an ein T&D-Szenario als deutlich stärker beschrieben wird als bei anderen Praktiken. Die sexuelle Erregung einer Person soweit zu steigern, dass diese am Rand eines Orgasmus steht, wird nach dem englischen Ausdruck für Rand: edge auch als Edging bezeichnet. Bei Männern, die im Rahmen eines Tease-and-Denial-Szenarios erregt werden, wird das Auftreten des Präejakulats oft als Edge betrachtet. Die mehrfache Stimulation bis kurz vor den Orgasmus und dessen wiederholte Verweigerung kann bei Männern zu Schmerzen und einer bläulichen Verfärbung der Hoden führen, die im Englischen als Blue Balls (engl. für blaue Eier) bezeichnet wird. Ursache dieser Verfärbung ist die durch die Erregung vom Parasympathikus gesteigerte Blutzufuhr in die männlichen Geschlechtsorgane. Während dies geschieht, wird der venöse Abstrom durch den arteriellen Druck des Blutes behindert (Kongestion). Findet kein Orgasmus statt, sondern wird die Stimulation fortgesetzt, kommt es zum teilweise schmerzhaften Druckanstieg und der Ansammlung von Blut und Lymphe in den Hoden. Das am Abfluss gehinderte sauerstoffarme Blut erzeugt die bläuliche Verfärbung und gilt ebenfalls als Indiz für ein gelungenes Tease-and-Denial-Szenario. Eine ganze Reihe von T&D-Sessions führt manchmal zu einem so genannten unvollständigen oder ruinierten Orgasmus, wobei bei Männern zwar oft eine Ejakulation stattfindet (vgl. Prostatamassage), aber es wird keine sexuelle Entspannung empfunden. Die nachfolgende sexuelle Frustration und erhöhte sexuelle Erregbarkeit können dann wieder in erneuten T&D-Spielarten eingesetzt werden. Wie lange die Erregung dauert und wie häufig der Orgasmus verweigert wird, variiert von Paar zu Paar. Häufig wird diese Technik mit BDSM, insbesondere der weiblichen Dominanz assoziiert und ist in diesem Bereich oft Teil der Orgasmuskontrolle, der Keuschhaltung oder der CBT. Ein wesentliches Element ist dabei das Spiel mit Macht und Ohnmacht, um das Gefälle zwischen dem stimulierenden, kontrollierenden und dem passiven Partner körperlich erlebbar zu machen. T&D wird aber auch in Beziehungen ohne jeglichen Bezug zu sadomasochistischen Praktiken zur intensiven Luststeigerung eingesetzt.

Prostatamassage.
Prostatamassage ist das gezielte Reizen der männlichen Prostata als diagnostische Handlung zur gezielten Gewinnung von Prostatasekret oder als Sexualpraktik zur sexuellen Stimulation. Die Stimulation der Prostata ist in mehreren Kontexten und Ausführungsvarianten verbreitet: Die direkte Stimulation erfolgt durch Einführung eines Fingers oder eines zur Stimulation geeigneten Gegenstandes in das Rektum; die indirekte durch die Massage des Damms, des Bereichs zwischen Hodensack und After. Die Prostata gilt als männlicher G-Punkt. Viele Männer empfinden es als sexuell stimulierend, wenn sie gereizt wird. Meist wird das aber nur als „Zusatzreizung“ zur herkömmlichen Masturbation genutzt, bei intensiver Stimulation kann ein Orgasmus ausgelöst werden, ohne dass der Penis selbst stimuliert wird. Im Rahmen verschiedener BDSM-Praktiken wird das so genannte „Prostatamelken“ angewandt. Hierbei kommt unter anderem auch erotische Elektrostimulation zum Einsatz.

Cock and Ball Torture "CBT".
Unter Cock and Ball Torture (engl. für Penis- und Hodenfolter) oder abgekürzt CBT versteht man die sexuelle, lustvoll-schmerzliche Stimulation von Penis und Hodensack. Es ist eine einvernehmliche sexuelle Spielart des BDSM. Cock and Ball Torture ist innerhalb der weiblichen Dominanz eine verbreitete Spielart der erotischen Stimulation. Das Spektrum der im CBT-Rahmen ausgeübten Praktiken dient, je nach Vorliebe des Bottom (passiven Partners) dazu, leichtes Unbehagen oder leichten bis starken Schmerz zu verursachen. Grundsätzlich sollte der Top (aktive Partner) über grundlegende anatomische Kenntnisse verfügen und sich der Sensibilität der männlichen Geschlechtsorgane bewusst sein. Unterschieden werden kann grob in Ball Torture, bei dem die Hoden bzw. der Hodensack im Mittelpunkt stehen und Cock Torture, bei dem sich der Top vor allem mit dem Penis und den ableitenden Harnwegen befasst. Einige Praktiken lassen sich in Ausführungsvariationenbeiden Bereichen anwenden . Im ganzen Bereich können Zwicken, Kratzen, Kerzenwachs, Brennnesseln, Eiswürfel, durchblutungsfördernde Cremes, der Saft von Chilis oder Ingwer (siehe auch Figging) angewandt werden. Erotische Elektrostimulation sowie Abbinden und Mumifikation können ebenfalls die gesamten Genitalien umfassen. Für den Hoden sind Praktiken beispielsweise das Quetschen, leichtes Schlagen mit der Hand oder Schlagwerkzeugen wie beispielsweise einer Gerte bis hin zum Treten (Ball Busting), das Befestigen von Klammern und/oder Gewichten oder die Anwendung spezieller Gerätschaften (zum Beispiel Humbler, Hodenparachute). Zu den besonders risikoreichen Praktiken in diesem Bereich gehören Nadelungen und Hodensackinfusionen, auch kombiniert mit weiteren Praktiken aus der Klinikerotik und teilweise auch unter Einbeziehung der Harnröhre. Insbesondere erweiternde Methoden mittels Dilatatoren, Kathetern, Prince’s Wand etc. dienen der Harnröhrenstimulation. .

Figging.
Figging ist eine Sexualpraktik im BDSM, bei der ein vorbereitetes Stück Ingwer (ähnlich wie ein Zäpfchen oder ein kleiner Butt Plug) in den Anus des Bottoms eingeführt wird. Da die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle – vor allem die zu den Scharfstoffen gehörenden Gingerole – die Nozizeptoren in der Schleimhaut erregen (dies sind diejenigen Rezeptoren, die sonst auf Hitze- und abrasive Reize reagieren), führt dies zu einem fast sofortigen und anhaltenden Wärme- und Schmerzreiz („Brennen“) an dieser Stelle. Figging ist zwar schmerzhaft, aber im Gegensatz zu mechanisch verursachten Reizen (z. B. durch Fisting) ohne Verletzungsgefahr, denn die Hitze und das Brennen sind nur gefühlt. Figging kann als demütigende Form der Körperstrafe empfunden werden und als solche ist die Praktik für BDSM-Spiele reizvoll, u. a. auch zur Intensivierung der Schmerzen bei einer gleichzeitigen Züchtigung des Gesäßes. Zum anderen hat Figging den Nebeneffekt, die Durchblutung der Geschlechtsorgane zu erhöhen, so dass die sexuelle Lust gesteigert und Orgasmen verstärkt werden können. Die Wirkung des Ingwers baut sich innerhalb von etwa zwei bis fünf Minuten zu ihrem Höhepunkt auf und hält dann zwischen etwa 20 und 30 Minuten an (auch nachdem der Ingwer wieder entfernt wurde), im Extremfall einige Stunden. Zur Vorbereitung wird ein fingergroßes frisches Stück Ingwerrhizom (Ingwerwurzel) mit einem Schälmesser geschält und in eine geeignete Form zurechtgeschnitzt. Eine Butt-Plug-ähnliche Form bewirkt, dass das eingeführte Ingwerstück vom inneren und äußeren Schließmuskel gehalten werden kann. Bevor das Ingwerstück in den Anus eingeführt wird, kann (wie bei allen analen Praktiken) ein warmer Einlauf zur Reinigung des Rektums angewendet werden. Neben der Einführung in den Anus können frisch geschälte Ingwerstücke, bzw. aus diesen gepresster Saft, je nach Vorliebe auch zur Reizung der Vagina (bzw. der Schamlippen und der Klitoris) oder der Eichel des Penis verwendet werden. Die Stärke und die Art der Wirkung von Ingwersaft hängt von der Höhe der verabreichten Dosis ab und kann zudem durch die Dauer der Anwendung gesteigert oder variiert werden. In kleiner Dosis und einmal aufgetragen, wirkt Ingwersaft in den meisten Fällen orgasmusfördernd. Bei höheren Dosen oder längerer Einwirkdauer wird die Lust zwar gesteigert, der Orgasmus jedoch für eine Weile unterbunden. Es empfiehlt sich, die Hände, die in Berührung mit dem geschälten Ingwer gekommen sind, gründlich mit Seife zu waschen und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden.

Keuschheit.
Sexuelle Abstinenz bezeichnet die Enthaltsamkeit von sexuellen Aktivitäten. Sie umfasst immer den Verzicht auf Geschlechtsverkehr und kann auch die Enthaltsamkeit von Masturbation einschließen. Die Keuschhaltung dient dazu, dass der Keuschgehaltene kontrolliert wird und dadurch seine Unterwürfigkeit oder seine Treue beweist. Desweiteren kann die Keuschhaltung auch als wirksames Mittel zur Kontrolle in einer FLR eingesetzt werden, da der Keusch- gehaltene durch seine Lady abhängig ist und somit ihrer Gunst unterliegt. Er wird sich ihr fügen und alles machen was sie möchte, denn er will ja auch seinen Orgasmus erleben und dies kann er nur wenn er alles für sie macht, denn sie wird ihn nur dann seinen Orgasmus erlauben,  wenn er sich ihr fügt !

Cuckolding.
Als Cuckold (auch kurz als Cucki oder Cuck) wird vor allem in der BDSM-Szene ein Mann bezeichnet, der in einer festen Partnerschaft oder Liebesbeziehung durch den intimen Kontakt seiner Partnerin mit anderen Männern (so genanntes Fremdgehen) sexuellen Lustgewinn erlangt. Dabei kann der Cuckold dominantes, voyeuristisches, masochistisches und/oder devotes Verhalten bevorzugen. Im englischen Sprachgebrauch ist Cuckold gleichzeitig die Entsprechung des veralteten deutschen Begriffes Hahnrei, also ein Mann, der durch das Fremdgehen seiner Partnerin gedemütigt wird. Mit der Einführung des englischen Lehnwortes in die deutsche Sprache findet hier eine Differenzierung zwischen dem klassischen heimlichen Fremdgehen und offen ausgelebten sexuellen Vorlieben innerhalb der Beziehung statt. Der Cuckold ist in der Regel devot veranlagt, das Cuckolding selbst ist häufiger Bestandteil der female led relationship und/oder eine Spielart innerhalb des Femdom und wird deshalb auch zu den Spielarten des BDSM gerechnet. Der Cuckold genießt es, von seiner Frau dominiert zu werden, und zwar nicht nur zwangsläufig in sexuellen, sondern auch in alltäglichen Dingen. Es kann ihn erregen, wenn seine Frau bzw. Partnerin einen oder mehrere feste Liebhaber hat, insbesondere wenn sie zu diesen eine engere Bindung aufbaut. Er betrachtet sich häufig selbst nicht als vollwertigen Mann und sieht sich nicht in der Lage, seine Partnerin in vollem Umfang zu befriedigen. Demütigung in diesem Bereich kann eine erotisierende Wirkung auf den Cuckold haben, selbst wenn er durchaus in der Lage ist, seine Partnerin zu befriedigen. Es erfüllt ihn mit Stolz, wenn seine Frau von „echten Männern“ begehrt wird. Die Beziehung seiner Frau zu ihren Liebhabern wird von ihm unterstützt und gefördert, oft auch in der Weise, dass er ihr bei der Vorbereitung auf sexuelle Aktivitäten (beispielsweise Schminken, Baden) hilft. Oft dehnt sich die bewusst gewollte Unterordnung auch auf den Liebhaber aus, indem der Cuckold auch ihm gegenüber eine devote Rolle einnimmt und sich von ihm dominieren und erniedrigen lässt. Das kann so weit gehen, dass der Cuckold die Rolle eines Dieners einnimmt, der beispielsweise seiner Partnerin und ihrem Liebhaber das Frühstück ans Bett bringt oder Kleidung und Schuhe des Liebhabers reinigt, während dieser sich mit seiner Frau amüsiert. Sexuelle Dienste, beispielsweise vorbereitenden Cunnilingus oder das Reinigen der Intimzonen des Paares nach vollzogenem Geschlechtsverkehr werden in der erotischen, vor allem der BDSM-Literatur beschrieben. Im Bereich Femdom gehört die Keuschhaltung des Cuckolds zu den häufig in der Literatur auftauchenden Fantasien; trotz gründlicher Recherche konnten jedoch keine Quellen gefunden werden, die eine solche Verbindung in der Realität außerhalb von relevanten Keuschheits- und Cuckoldforen beschreiben. Bei allen, auch extremen, Ausformungen liegt der Beziehung zwischen dem Cuckold und seiner Partnerin eine intensive gegenseitige Zuneigung zugrunde. Obwohl die Partnerin sexuelle und auch andere emotionale Befriedigung bei ihrem Liebhaber findet, ist die Bindung zum Partner wesentlich stärker als zum Liebhaber. Viele dominant veranlagte Frauen genießen das bewusste Machtgefälle (engl. power exchange) innerhalb der Partnerschaft und genießen es, ihre Macht über den Partner, insbesondere vor ihrem Liebhaber, aber auch manchmal in der Öffentlichkeit, zu demonstrieren. Für einen devot-masochistisch veranlagten Cuckold kann es im Gegenzug eine besondere Auszeichnung darstellen, von seiner Partnerin Demütigung und damit Aufmerksamkeit und Wertschätzung als unterwürfiger Teil der Beziehung zu erfahren. Es finden keinerlei Heimlichkeiten zwischen den Partnern statt. Daher werden Cuckold-Beziehungen häufig als sehr intensiv und beständig beschrieben. Hierbei sind durchaus gewisse Ähnlichkeiten zu den Grundsätzen der Polyamorie zu finden.

Facesitting.
Das Facesitting (engl. face „Gesicht“ und sit „sitzen“), auch Gesichtssitzen oder Queening genannt, ist eine Sexualpraktik, bei der ein Sexualpartner sich mit seinem Geschlechtsteil und/oder seinem Gesäß auf das Gesicht des anderen setzt. Dies kann sowohl nackt wie auch angekleidet geschehen. Der sexuelle Lustgewinn dieser Praktik kann z. B. in oralen Stimuli (Cunnilingus, Anilingus), der Aufnahme des Intimgeruchs des Partners oder persönlichen Fetischen bestehen. Dementsprechend wird zwischen verschiedenen Sitzpositionen unterschieden: Fullweight (engl. „mit vollem Gewicht“), Reverse (engl. „andersherum“, Gesicht zu den Füßen des Partners hin gedreht) und weitere Sitzpositionen gehen auch in sadomasochistische Praktiken über. Hierzu gehören beispielsweise das Drowning (engl. „Ertränken“, Facesitting im/unter Wasser) und das Bound (engl. „gefesselt“). Zu den fetischistischen Varianten zählt auch das so genannte Jeanssitting, das bekleidete Facesitting mit Jeans. Das Facesitting kann ebenso mit exkrementophilen Sexualpraktiken verbunden sein. Leicht hockendes Sitzen wird u. a. im so genannten Vanillasex beim Anilingus und Cunnilingus ausgeübt. Mitunter finden beim Facesitting so genannte Smotherboxen Verwendung. Diese dienen überwiegend der Bequemlichkeit des Sitzenden und der Sicherheit des liegenden Partners.

Feminisierung.
Unter Feminisierung versteht man im BDSM-Jargon ein erotisches Rollenspiel, in dem ein Mann durch Kleidung und Verhalten in die Rolle einer Frau schlüpft. Es ist eine spielerische Form des Crossdressing. In der BDSM-Szene bezeichnet man Rollenspiele, bei denen ein anderes Geschlecht als das eigene angenommen wird, auch als Genderplay (engl. für Gender=„soziales“ oder „psychologisches“ Geschlecht einer Person, Play=Spiel). Die Feminisierung erfolgt aus eigener persönlicher Neigung, beispielsweise einer Affinität zu Dessous, oder findet im Rahmen einer BDSM-Beziehung statt. Grundsätzlich ist der Wunsch nach Feminisierung unabhängig von der sexuellen Neigung, tritt aber häufiger in weiblich dominierten Partnerschaften auf und ist eine in der Literatur häufig erwähnte Praktik. Die Dauer der Feminisierung kann von wenigen Stunden, zum Beispiel im Rahmen einer Session, bis hin zu einer dauerhaften Feminisierung, beispielsweise innerhalb einer female-led relationship reichen. Die Zwangsfeminisierung erfolgt im BDSM grundsätzlich zwischen zwei einvernehmlichen Partnern (SSC). Im Vordergrund stehen hierbei einerseits das beiderseitige lustvolle Erleben der Unterwerfung, andererseits können auch sexuell konnotierte Erniedrigung und Demütigung eine gewichtige Rolle spielen, insbesondere unter Einbeziehung der Öffentlichkeit. Der Prozess der Zwangsfeminisierung beinhaltet neben dem Tragen von Kleidung und Make-up, welche der dominante Partner vorschreibt und auswählt, auch das Anordnen geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen. Dabei werden oft klischeehafte und übertriebene Frauenbilder als Vorbild genommen, beispielsweise soll durch das Auftreten in der Öffentlichkeit in extrem kurzen Röcken, hohen Schuhen und dem stark überschminktem Gesicht eine Prostituierte nachgeahmt werden und die Erniedrigung des Feminisierten dadurch verstärkt werden. Im englischen Sprachraum wird der Ausdruck „Forced Feminization“ verwendet, der sich allerdings auch auf die reale erzwungene Feminisierung beziehen kann, beispielsweise die Vergewaltigung von Männern in Gefängnissen. Diese realen Situationen werden als homosexuelle Fantasien auch im Rahmen der Zwangsfeminisierung in der einschlägigen Literatur beschrieben, während sie für heterosexuelle Männer selten Bestandteil der Feminisierungsfantasien sind. Weitere Synonyme sind Effeminization oder Demale. Mitunter wünscht sich der devote Teil sogar eine weiterführende, teilweise sogar gewaltsame Abrichtung auf die Wunschrolle der Frau. Während in manchen Kreisen und Internetforen sogar der Wunsch nach einer freiwilligen Verschleppung ins Ausland, sowie einer medizinischer Geschlechtsumwandlung geäußert wird, sind keine konkreten Fälle belegt. Kastrationsfantasien treten in diesem Zusammenhang ebenfalls in der erotischen BDSM-Literatur auf.

Für Anregungen und Erweiterungen sind wir dankbar und hoffen, daß diese Hintergründe und Infos hilfreich waren.
Subsolutionz und Domsolutionz